Seit 1. März gibt es sie wieder: die "AnimalNews4u". Mein Lieblings-Fellmops Sally
hat sie wieder zum Leben erweckt, und nun werden meine Fellnäschenfreunde und ich in
vierzehntägigem Abstand berichten was es denn so Neues gibt auf der großen, weiten Welt.
 

Das ist unser Reppi-Team per 15.03.14:


Mein Presse-Ausweis:


Unser Konferenzraum:


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Meine Kolumne vom 1. März 2015:

VORSICHT, Mücken und ELEFANTEN!

Wer mit Hunden lebt, der muss auf sie aufpassen. Das ist Frauchen klar, und darauf können Aragorn und ich uns auch immer verlassen. Dass Frauchen uns dabei unbedingt von Kiefernzapfen, bedrohlichen Pfützen und Wühlmäusen fernhalten sollte, das erfährt sie auf unseren Spaziergängen von überbesorgten Hundeleuten, ob sie es nun will oder nicht. Denn Hunde leben ja sooo gefährlich! Und wenn man sich so umhört, ist es ein Wunder, dass so viele die zahllosen Gefahren zwölf, dreizehn Jahre überleben – ganz abgesehen von Drangsalen wie Autos, Fahrrädern, fremden Hunden, Würmern. Auch Pferdeäpfel dürfen Hunde nicht fressen, weil man nicht weiß, womit die Pferde entwurmt wurden (falls sie überhaupt entwurmt wurden, was wiederum ein weiteres Problem darstellen könnte).
”Waaas, sie haben einen Welpen?!?!??? Dann müssen sie doppelt und dreifach aufpassen!” Dabei übersehen diese überbesorgten Hundeleute, dass ein fast 6 Monate alter Hund nun wirklich kein Welpe mehr ist. Egal. Bevor man Hundespielzeug erwirbt, überprüft man besser das Herkunftsland, wer kauft denn noch Spielsachen aus China? Schokolade und Pralinen führen zum sicheren Tod, und beim Frisbeespielen können sich Hunde die Beine brechen. Wer aufmerksam durchs Leben geht und gut zuhört, kann Material für ein siebenhundert Seiten starkes “Worst-Case-Szenario”-Handbuch sammeln und kennt bald zweitausend Gründe, die dafür sprechen sich lieber für ein Aquarium zu entscheiden.

Okay, man muss sich das alles ja nicht anhören. Es gibt da nur ein ganz großes Problem: Mit Hund im Schlepptau wird man frei verfüg- und ansprechbar für die gesamt Umgebung. Flucht ist sinnlos, ein Entkommen gibt es nicht. Beispielsweise von der Dame auf der Hundewiese, die ihre zwei Wuschel-kleff-ich-mach-erst-mal-den-Dicken-Hündchen stets an kurzer Leine ausführt, und die oftmals auf uns wartet, um uns auf unseren Runden zu begleiten. Ungefragt natürlich. Frauchen hat mal gemeint, ob ihre Wuffis nicht mit uns ohne Leine spielen dürfen. Nein, entgegnete die Dame, weil ihre doch so klein wären, könnten sie an der Wirbelsäule verletzt werden, wenn einer von uns ungünstig auf sie drauftreten würde. Fraulis Gedankengang nach dieser Aussage fassen wir hier mal lieber nicht in Worte *breitgrins*. Als Aragorn dann aus einer frischen Regenpfütze trank, schüttelte die Dame angeekelt den Kopf. “Das sollten Sie ihm nicht erlauben”, sagte sie. “Davon kann er Leptofibrose bekommen.” Okay, sie meinte wahrscheinlich Leptospirose. Wie auch immer. Eher unwahrscheinlich, dass der Regen nun nicht nur sauer ist, sondern jetzt neuerdings auch noch Lepto-Viren mit sich bringt. Und in der kalten Jahreszeit schon gar nicht. Abgestandenes Brackwasser sollten Hunde natürlich nicht trinken, das wissen wir auch, aber frisches Regenwasser... *kopfkratz*. Ein paar Tage später kullerte Aragorns Ball in den naheliegenden Bach, und der kleine Frechdachs versuchte auch sofort ihn dort heraus zu fischen. “Das kann tödlich enden”, mahnte die Dame. “In solchen Gewässern leben Giardien, die sich leicht auf Menschen übertragen”. Wundersamerweise fand sie gleich auf Anhieb die korrekte Bezeichnung für diese Krankheitserreger. Frauli staunte nicht schlecht. Die Dame meinte dann, dass sich eine ihrer Bekannten bei ihrem Hund angesteckt hätte, und dann 18 Kilo abgenommen habe, weil niemand gewusst hätte woran sie litt. In Gedanken begann Frauli sich bereits auszurechnen, wie sie mit 18 Kilo weniger Weihnachts-Plätzchen-Speck aussehen würde.
Und so geht es bei jedem Treffen. Einmal sind es die brandgefährlichen Wühlmäuse mit ihren messerscharfen Klauen, dann ein sich in der Luftröhre verkeilender Kiefernzapfen, Borreliose-Erreger im Gras, Hundefänger der russischen Mafia, Tollwut geplagte Füchse, schießwütige Jäger, oder Wildschweine im Liebestaumel. Frauchen kann sich ein Lachen oftmals kaum verkneifen. Vor allem nicht, als die Dame sie ernsthaft fragte, ob Frauli auch ein Spot-on gegen Zecken benutzt.

All diese durchaus schockierenden Geschichten sorgen nun bei uns für ein ganz neues Element auf unseren Spaziergängen: ein Gefühl von Abenteuer und Ungewissheit. Wer weiß, was uns heute passieren wird, sagt Frauli dann immer zu uns, bevor wir losgehen. Das Leben ist ein Wagnis, dem man sich täglich neu stellen muss.
Tja, “The Shining” ist ein Dreck gegen ein durchschnittliches Hundeleben, Leute, das kann ich euch wuffen.

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Meine Kolumne vom 1. Dezember 2014:

Ab ins Bett – der Kampf um die Matratze / Teil 2

Hey Leute. Letzten Monat hatte ich Euch ja davon berichtet, dass es für Hunde gar nicht so leicht ist, das Bett mit dem Menschen zu teilen. Aber wie bereits gesagt: es gibt Möglichkeiten, mit denen der Hund die Situation verbessern kann. Heute stelle ich Euch also verschiedene Hundetypen vor, denen das bereits gelungen ist:

DER WÜHLER weiß, dass der wärmste Platz unter der Decke ist. Wenn er sich einmal durch das schier undurchdringliche Labyrinth aus Laken, Decken und Füßen durchgearbeitet hat, gelangt er früher oder später sicher an sein bevorzugten Liegeplatz.
DER KUSCHLER braucht die total Nähe zu seinem menschlichen Partner. Dermaßen viel Hingabe schmeichelt dem Zweibeiner natürlich, so dass dieses Schlafarrangement für den Hund einen großen praktischen Wert hat, weil der Mensch viel Nähe zulässt, und Menschen sich hervorragend als Wärmflaschen eignen.
DER BUDDLER braucht entsprechend seiner Natur eine tiefe Mulde zum Schlafen, vermutlich um sich gegen Feinde zu schützen. Er versucht, ein Loch in die Decken zu buddeln. Ab und zu hat er damit auch Erfolg.
DER KOPFKISSENTEILER ist nicht der Meinung, dass ein Kissen ausschließlich für den Kopf da ist. Diese Regel mag allenfalls für den Menschen gelten, aber nicht für Hunde.
DER SCHLAFWANDLER unternimmt nachts sporadisch Ausflüge in die Küche für eine Mitternachtsmahlzeit oder einfach durch´s Haus. Dieser Typ wird vom Gefühl der Dringlichkeit getrieben und nimmt dementsprechend häufig Abkürzungen.
DER FRÜHAUFSTEHER wacht mit den ersten Sonnenstrahlen auf und begrüßt den neuen Tag mit jeder Menge Lebensfreude. Er teilt diese Gefühle lautstark mit seinem Menschen. Wenn er diesen erfolgreich über den neuen Tag informiert hat, schläft er wieder ein.
DER SPRINGER geht voller Begeisterung schlafen. Das Bett ist weich genug, um seine Landung abzufedern, genau so wie der Mensch.
DER GROSSE HUND würde sein Bett sehr gern mit dem Menschen teilen. Leider ist dies aufgrund der eingeschränkten Bettgröße nicht immer möglich.

Unverständlicherweise weigern sich manche Menschen, das Bett mit ihrem Hund zu teilen. Für solche Fälle muss Hund von Welt gewappnet sein: unter keinen Umständen darf er nachgeben. Wenn der Mensch es einmal geschafft hat, den Hund aus dem Bett zu vertreiben, wird er es immer wieder versuchen. Besser also, man lässt es einmal bis zum Äußersten kommen und hat danach ein Leben lang seine Ruhe.
Zuerst wird der Mensch versuchen, den Hund sanft zu überzeugen, doch bitte freundlicherweise das Bett zu verlassen. Wenn er versucht, den Hund zu sich beziehungsweise vom Bett zu ziehen, ist Schnelligkeit geboten: der Hund sollte versuchen, mit einem Satz unter die Decken zu kommen. Um den Hund unter der Decke zu erwischen wird der Mensch aus praktischen Gründen das Bett verlassen. Das ist immerhin schon ein Teilsieg für den Hund, der sich nun, falls es seine Größe erlaubt, schnell unter das große Kopfkissen legt. Es ist von absoluter Notwendigkeit, weiter so zu tun, als würde er tief schlafen. Wenn der Mensch nun Decke und Kopfkissen aus dem Bett entfernt hat (und das wird er definitiv tun), sollte der Hund langsam erst das eine, dann das andere Auge öffnen, ohne die geringsten Anstalten zu machen, das Bett zu verlassen. Der Mensch soll aber wissen, dass man bereit ist, den Kampf aufzunehmen – auf passive Art. Ziel ist es, mit minimalem Aufwand dafür zu sorgen, dass der Mensch sich zum Schluss wie ein Idiot fühlt.
Nun wird der Mensch wahrscheinlich versuchen, das Bett in Bewegung zu bringen, indem er auf der Matratze herumspringt. So verführerisch es auch sein mag, bei diesem sehr lustigen Unterfangen mitzumachen: auf keinen Fall darf der Hund seine Position verändern. Mit zunehmender Frustration wird der Mensch nun für Unruhe sorgen, indem er die Matratze vom Bett nimmt und auf den Boden befördert. Der Hund muss nun zeigen, dass er es ernst meint, und darf keinen Zentimeter nachgeben. Sein Platz ist auf der Matratze! Der Mensch muss verstehen, dass man zu der Sorte Hund gehört, die zu ihrer Überzeugung steht und sich nicht einfach umstimmen lässt. Wenn der Mensch seinerseits unbedingt seinen Kopf durchsetzen und keinesfalls mit dem Hund das Bett teilen will, soll er doch auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen. Der Hund braucht diesbezüglich kein schlechtes Gewissen zu haben: was den Komfort betrifft, wissen die meisten Hunde aus Erfahrung, dass man auf dem Sofa durchaus gut schläft.

In diesem Sinne – seid stark und standhaft, Freunde, und schlaft gut!

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Meine Kolumne vom 1. November 2014:

Ab ins Bett – Der Kampf um die Matratze / Teil 1

Liebe Hundekumpels und –kumpelinen, zu den wichtigsten Tätigkeiten im Leben eines Hundes hört das Schlafen. Der Hund braucht Schlaf, um sich zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen, er braucht Schlaf, um genügend Energie fürs Aufstehen zu sammeln und um in der Lage zu sein über den Tag verteilt mehrere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Ein durchschnittlicher Hund benötigt ungefähr 22 1/2 Stunden Ruhe am Tag.
Ab und zu hört man von Fällen, in denen ein Hundebesitzer seinen Hund zwang, mehrere Stunden hintereinander wach zu bleiben, indem er mit ihm zum Hundesport ging, spazieren oder Ähnliches. Kein Hund sollte derlei regelmäßig leisten müssen. Über einen so langen Zeitraum hinweg die Augen offen zu halten, kann fatale Auswirkungen auf die emotionale Gesundheit des Hundes haben – er könnte sich beispielsweise langweilen. Daraufhin wird er wahrscheinlich bald einen totalen nervösen Zusammenbruch erleiden, sehr wahrscheinlich auf dem nächsten Bett. Liebe Zweibeiner, wer seinen Hund liebt, sorgt dafür, dass dieser es bequem hat. Hundebetten sind schön und gut, nur befinden sie sich gewöhnlich auf dem Fußboden. Der Hund schläft aus Gründen der besseren Aus- und Übersicht allerdings lieber erhöht. Sessel mögen der Sache näher kommen, allerdings sind zeitgenössische Möbelstücke gewöhnlich nicht vorrangig für den Komfort des Hundes entworfen und entsprechen nicht den ergonomischen Bedürfnissen des liegenden Tiers. Das einzige Möbelstück, das der lebenslangen Suche des Hundes nach einem angemessenen, geeigneten Schlafplatz Rechnung trägt, ist das Bett. Für uns Hunde ist das Bett eine geradezu verblüffende Erfindung, möglicherweise sogar die perfekteste, ganz bestimmt aber die angenehmste. Die Bettoberfläche erlaubt dem Hund, sie wie es ihm gefällt in alle möglichen Richtungen auszustrecken, ohne Gefahr zu laufen, dass es für ihn unbequem werden könnte. Die Bettlaken sind stets sauber – im Gegensatz zum Teppich, auf dem die Zweibeiner täglich gedankenlos mit ihren Schuhen herumlaufen (oder, noch schlimmer, ohne Schuhe auf Strümpfen *naserümpf*). Gewöhnlich befinden sich auf einem gut gemachten Bett Kissen, die handlich und leicht genug sind, um sie an die gewünschte Position zu tragen.
Tagsüber hat der Hund gewöhnlich die Möglichkeit, die Privatsphäre des Schlafzimmers in Ruhe zu genießen und ungestört zu schlafen. In der Küche kann es ihm passieren, dass jemand über ihn fällt oder auf ihn tritt. Im Wohnzimmer könnte sich jemand auf ihn setzen, der ihn für ein Sofakissen hält. Im Schlafzimmer dagegen ist der Hund so weit weg wie irgend möglich von denen, mit denen er sich sein Zuhause teilen muss. Es gibt nur einen einzigen Nachteil: der gewöhnliche Zweibeiner ist seinerseits ebenfalls der Meinung, dass dies ein geeigneter Schlafplatz ist, und der Hund wird im schönsten Kaninchentraum abrupt gestört, wenn sein Mensch gegen elft Uhr abends im Schlafzimmer auftaucht und darauf besteht, das Bett zu teilen. Häufig beginnt ein Kampf, der bis tief in die Nacht, manchmal sogar bis in die frühen Morgenstunden dauern kann.
Offizielle Umfragen haben ergeben, dass fast die Hälfte aller Haushunde regelmäßig mit ihren Zweibeinern das Bett teilt. Das mag in den Ohren traditionell eingestellter Hunde schockierend klingen, die befürchten, dass der Mensch durch zu viel Nähe und Verwöhnen faul und unaufmerksam wird. Viele Hunde sind dagegen ganz anderer Meinung und halten das gemeinsame Schlafen für ein hervorragendes Mittel, um die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stärken.
Und obwohl es für Hunde nicht so leicht ist, das Bett mit dem Menschen zu teilen, gibt es durchaus Möglichkeiten, mit denen der Hund die Situation verbessern kann. Hierzu mehr in der nächsten Ausgabe der AnimalNews4u.

Bis dahin – schlaft gut und träumt schön, Leute!

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Meine Kolumne vom 1. Oktober 2014:

Expertentipp gefällig?

Wisst Ihr eigentlich, dass es für Hundebesitzer oftmals sehr mühsam ist, mit ihren Wuffis an der Leine einfach mal unbehelligt ihres Weges gehen zu dürfen? Nun, da kann ich Euch Dinge berichten – einfach unglaublich. Bis vor kurzem war der kleine Frechdachs Anoki ja noch Teil unseres Zauberwald-Rudels, und natürlich zogen er, Frauli und ich mehrmals am Tag unsere Bahnen durch´s Revier. In Erwartung spannender und entspannender Gassi-Runden. Doch das gelang uns nicht immer. Man glaubt ja kaum, wie viele Menschen sich auf offener Straße im Vorbegehen mal eben als Hundeexperten outen. Man kann jahrelang unbeschadet mit seinem Filius zusammenleben und man trifft immer wieder Hundefreunde, die man zwar noch nie gesehen hat, die nichts über den Hund oder das Leben des anderen wissen, womöglich selbst gar kein Haustier haben, aber genau beurteilen können, was ein Hund gerade braucht.

Als Klein Anoki das Gehen an der Leine lernen sollte, stemmte er beim geringsten Zupfen am Geschirr die Pfoten in den Asphalt und weigerte sich, auch nur einen Zentimeter vorwärts zu gehen. Frauli lockte, zupfte, zog ein wenig, aber Anoki wehrte sich wie ein bockiges Fohlen und hopste nur herum. Als Frauli gerade die Überzeugungs-Leckerlis aus der Tasche holen wollte, rief eine Nachbarin “Du tust dem Kleinen doch weh!” aus dem Fenster. Das tat Frauli natürlich nicht. Anoki übte einfach nur seine schon damals offensichtliche Bestimmung: ein Leben auf der Bühne des Lebens. Spaziergänger blieben stehen, tuschelten. Ein älterer Herr mit der Aura eines Löwenbändigers meinte gönnerhaft, er würde mir mal zeigen, wie das ginge. Er stapfte drauflos, Anoki bellte ihn an, röchelte und galoppierte rückwärts. “Er will einfach nicht an der Leine gehen”, sagte der Löwenbändiger, als hätten wir das Problem gerade erst entdeckt. Für Männer ist das Problem zumeist erst dann real existent, wenn sie die Erfahrung selbst machen können. Als er Frauli die Leine zurückgab, betrachtete er Anoki, als habe dieser einen Konstruktionsfehler.
Der Hit in Tüten war auch folgender Vorfall: unser kleiner Anoki, naturgemäß mit den für Welpen typischen Fußfesselambitionen ausgestattet, wollte Frauli offenbar beweisen, dass er nun seine allerschlimmsten Grundängste bewältigt habe, indem er ohne Vorwarnung und mit ohrenbetäubendem Gekläff einen LKW der städtischen Müllabfuhr verfolgte. Frauli pfiff, Anoki kam sofort zurück, und Frauli äußerte ihren beachtlichen Schrecken, indem sie ihm die Frage stellte: “Ja, musste das denn jetzt sein? Bist du größenwahnsinnig geworden? Um Himmels willen!” Anoki sah übrigens recht zufrieden mit sich aus; das nur mal am Rande erwähnt. Ganz anders als eine ältere, hundelose Dame, uns völlig unbekannt, die Frauli schäumend vor Wut anschrie: “Das ist ja unglaublich! Was sollte das? Sie haben ja überhaupt keine Ahnung! Ihr Hund hat Ihnen gerade bewiesen, dass er der Rudelführer ist, nicht Sie! Der macht, was er will! Sie wissen ja gar nichts! Lesen Sie mal ein Hundebuch, dann werden sie vielleicht irgendwann mit Ihrem Hund fertig!” Frauli war in diesem Moment zu baff über diesen Eimer giftgrüner Feindlichkeit, der sich über sie ergoss, um die Dame darauf hinzuweisen, dass ihre Frage an Anoki rein rhetorisch gemeint war.
Wer hierzulande einen Hund hält, lebt mit mindestens zwanzig Millionen Hundeexperten zusammen. Als Hundehalter schlittert man wie ein Eiskunstläufer wider Willen vor einer selbst ernannten Jury umher und muss jeden Moment mit Bewertungen dieser Sofa-Kynologen rechnen. Ungefragt erteilen sie im Stil von Dieter Bohlen oder mit den Charme eines Horst Schlämmer Ratschläge und befeuern einen gnadenlos mit ihrem Reservewissen, das sie sich irgendwann in irgend einer Tiersendung oder aus dem Vierzehn-Zeilen-Beitrag eines Apothekerblatts zusammengereimt haben.

Es gibt natürlich auch andere Experten, solche, die echte Hundeleute sind. Die nehmen Hunde ernst, und zwar todernst. Die wissen alles, über jedes Hundefutter, jeden neuen Trend, jedes pädagogisch wertvolle Hundespielzeug. Sie kennen jede neue Ausbildungsmethode und jede alte, sie kennen alle neuesten Hilfsmittel, es gibt kein Thema, zu dem sie sich nicht längst eine fundierte Meinung gebildet haben. Vor allem: sie wissen es viel besser als die anderen. Sie wissen so viel, dass einem im Gespräch mit ihnen leicht der Humor vergehen kann; wie ein endloser Schwall ergießt sich, was der Experte kürzlich gelesen und gelernt hat, über sein Gegenüber. Wenn jemand nur erwähnt, dass er Hundefutter aus dem Supermarkt füttert, wird der Experte bleich und murmelt tonlos: “Supermarktfutter? Wissen Sie denn nicht, was für ein Dreck darin enthalten ist?” – und rezitiert dann nicht nur die kompletten Inhaltsstoffe des jeweiligen Futters, sondern versucht, den Unwissenden davon zu überzeugen, dass er das Futter wechseln solle, und zwar jetzt und sofort. Wenn nötig begleitet er ihn persönlich zum nächsten Fachhandel. Sie lassen eine andere Meinung nicht zu, und es macht auch überhaupt nichts, dass der Andere sich vielleicht durchaus etwas bei dem gedacht hat, was er da tut, denn: der Weg des Experten ist auf jeden Fall der bessere.
Natürlich meinen es diese Experten nicht böse. Sie wissen meist tatsächlich eine Menge, wenn auch vieles davon eher angelesen ist, als tatsächlich erlebt oder erfahren. Sie lernen alles, was sie können, weil sie das Leben für ihren Hund so perfekt wie möglich gestalten wollen – und sie teilen dieses Wissen gern. Sie sind so eine Art Informations-Bulimiker. Sie verstehen nicht, warum die Leute im Park häufig plötzlich in die andere Richtung gehen, wenn sie auftauchen, oder warum ihr Tierarzt aussieht, als würde er sich gleich aufhängen, wenn sie mit ihm noch einmal die Symptome ihres Hunden erörtern wollen – auch wenn er überzeugt ist, der Hund sei kerngesund (immerhin haben sie viele Stunden im Internet recherchiert und eine Meinung zu den Dingen).

Frauli hat inzwischen gelernt, solche Leute als ihre persönliche Zen-Aufgabe zu betrachten: sie wird ihnen nicht beibringen, ihre Meinung für sich zu behalten. Also muss sie lernen, ihre Meinung nicht an sich heran zu lassen. Wenn es gar nicht anders geht, treibt sie sie den Neulingen auf der Hundewiese in die Arme, die da nichtsahnend mit ihrem neuen kleinen Hündchen auf die Wiese kommen. Und dann beobachtet sie aus dem Hintergrund und mit höchstens minimaler Schadenfreude, wie der Experte auf den Neuhundebesitzer zusteuert wie ein Weißer Hai auf ein Seehundbaby. Und wenn wir dann aus der Entfernung hören: “Sie sollten für den Welpen lieber ein Geschirr statt ein Halsband verwenden!”, können Frauli und ich uns wieder ganz entspannt unserer Ignoranz und unserem völligen Unverstand hingeben.

In diesem Sinne: das Leben kann so schön sein - genießt es!

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Meine Kolumne vom 1. Juli 2014:

Liebe geht durch den Magen? Nee, durch den Hund!

Zweibeiner, die keinen Hund haben und sich auch nie einen wünschten, sind meist der Überzeugung, dass ein Hund im Haus ein Garant für Haare in der Suppe und Matschpfoten auf dem Sofa ist. Wenn man mehr als einen Hund hat (ist bei uns ja auch bald der Fall!), rechnen hundelose Zweibeiner damit, dass man völlig verslumt lebt und außerdem unglaubliche Beziehungsprobleme hat. Okay, das mit den Beziehungsproblemen ist bei meinen Zweibeinern ja nun "kalter Kaffee", da die beiden schon ein paar Jährchen verheiratet sind (und zwar miteinander *grinsewuff*). Aber eine von Fraulis Freundinnen, die gleich drei Wuffis ihr Eigen nennt, kennt solche Sprüche wie "so findest du ja nie einen Mann" zur Genüge. Dabei behauptet sie, dass sie ganz im Gegenteil im Nachtleben noch nie so viele gut gelaunte Männer getroffen habe, wie wenn sie morgens sehr früh in Nachthemd und Gummistiefeln mit ihren offenbar aus sehr viel Wasser bestehenden Hunden Gassi ging. Eine Story, die sie immer wieder gerne erzählt, ist folgende: sie stand wohl morgens todmüde auf der Straße, sah aus wie ein ungemachtes Bett, und einer ihrer Fifis, der wohl auch noch nicht so ganz wach und geistig auf der Höhe war, hob sein Beinchen an einem Männerbein. Als sich Fraulis Freundin bei ihm entschuldigte und ihn bat doch bitte nicht böse zu sein, meinte er nur: "Ich bin nicht böse, nur ein bisschen angepisst" Kann man sich etwas romantischeres vorstellen?!?
Fraulis Freundin ist außerdem der Meinung, dass man anhand der Art und Weise, wie ein Zweibeiner mit seinen Hunden umgeht, sehr gut erkennen kann, wie ungeheuer beziehungsfähig man ist. Denn Hundebesitzer wissen eine Menge darüber, warum sie machen, was sie gerade tun, weil sie das alles aus Hundebüchern gelernt haben. Sie wissen alles über dominantes und unterwürfiges Verhalten, Gruppenpsychologie, Augenkontakt und Beschwichtigungsgesten, territoriales Gehabe oder sexuelles Besitzverhalten. Jetzt überlegt Euch mal, wie viele Jahre an Partnertherapie man dadurch einsparen kann! Natürlich lässt sich ein schnarchender Mops leichter aus dem Schlafzimmer tragen als ein männlicher Zweibeiner mit gleichem Problem. Aber man sollte diese ganze Liebe und Aufmerksamkeit doch wenigstens ab und zu mal an jemanden verschenken, der schon stubenrein ist!
Mit Hunden lernt man, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und Kompromisse einzugehen. Wer einmal im Monat 30-Kilo-Säcke mit Trockenfutter in den dritten Stock schleppt, der jongliert auch Bierkästen mit einem Lächeln auf den Lippen. Und wer je versucht hat, über Jahre einem Jagdhund gerecht zu werden, den erfüllt es mit tiefer Dankbarkeit, wenn der männliche Zweibeiner samstagnachmittags nichts anderes will als Fußball gucken.
Selbst im täglichen Leben leisten wir Wuffis Kontaktarbeit, und das ist nicht zu unterschätzen. Man muss nicht einmal ein gewinnendes Lächeln oder seinen entwaffnenden Charme einsetzen, um sich interessant zu machen. Es reicht schon aus, einen gepflegten, wohl geformten und hübschen Hund dabei zu haben. Laut einer Studie wird der Wuffi nämlich als das Alter ego des Besitzers gesehen. Ein bewunderndes"Ihr Hund ist aber gut erzogen!" öffnet einem sicher schneller das Herz des Gegenübers als ein abgelatschtes: "Haben wir uns nicht schon einmal irgendwo gesehen?" Und wenn einem jemand mit Sprüchen kommt wie: "Wenn mein Hund Ihnen nach Hause folgen würde, würden Sie ihn und mich dann behalten?", dann kann man ja nicht anders, als dem anderen von vorneherein schon einmal Schlagfertigkeit zu unterstellen. Denn egal wie süß, nett, treu oder komisch wir Wuffis auch sein können mit Esprit und Wortwitz können wir nun einmal nicht dienen.
Dabei müssen diejenigen Zweibeiner, die sich mit Hundebesitzern einlassen, auch einiges in Kauf nehmen. Privatsphäre können sie glatt vergessen, und gerade wenn es darauf ankommt, sind wir Wuffis manchmal echte Stimmungsmörder. Wir können zwar nicht laut sagen: "Was macht der fremde Mann in unserem Bett?", aber unser Blick spricht oftmals mehr als tausend Worte. Und wer mit einem Hundefreund zusammen ist, der muss damit rechnen, viele Sonntage beim Agility oder im Wald zu verbringen. Vertrödelte Wochenenden mit einem Roman auf dem Sofa? Fehlanzeige. Auch wenn es darum geht, den Urlaub zu planen, führt man mit Hundefreunden eher selten in die Karibik oder an romantische englische Felsenküsten, sondern endet häufig an hundefreundlichen Stränden an Nord- und Ostsee oder in Dänemark. So what?! Hier ist es sowieso viel schöner für den Wuffi.
Und Leute, wisst Ihr, was der Witz an der ganzen Sache ist? Anfangs versuchen die hundelosen Zweibeiner vielleicht noch, sich von ihren haarigen Nebenbuhlern zu distanzieren. Aber sie haben nicht mit unserer Hartnäckigkeit gerechnet. Denn irgendwann knicken sie ein und outen sich als echte Hundefanatiker, manchmal schlimmer als Frauchen und Herrchen selbst.
Ihr seht also: wir haben eine Mission packen wir's an!

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Meine Kolumne vom 1. Juni 2014:

Tückische Träume – gängige Mythen

Vermutlich hat es sich ja inzwischen herumgesprochen, dass meine Zweibeiner Rudelzuwachs planen. Von der Notwendigkeit desselben überzeugt, und mal wieder das Bedürfnis von Frauchens Mutter ignorierend, endlich wieder als Großmutter zum Einsatz zu kommen, haben meine Zweibeiner mit penetranter Gelassenheit Züchter um Züchter abgeklappert, um DAS Brüderchen für mich zu finden. Auch ich habe mich inzwischen mit dem Gedanken daran abgefunden, und schmiede bereits einen Plan zur Chaoskontrolle. Denn der Weg, der zu einem zweiten Hund führt, ist mit vielen Unwahrheiten und Mythen gepflastert, die aufgedeckt und betrachtet werden müssen, bevor man sich für immer dem Zustand des permanenten Durcheinanders eines Mehrhundehaushaltes verschreibt.

Mythos 1: Der ältere Hund dient dem jüngeren als Vorbild, von dem sich der junge Hund viele Dinge abschauen kann und sich auch ruhiger verhält. FALSCH.
Stattdessen wird das Beispiel fröhlichen Ungehorsams und ungebündelter Lebensfreude des neuen Welpen die jahrelange sorgfältige Erziehung, die man dem älteren Hund angedeihen ließ, völlig zunichte machen. Der ältere Hausbewohner wird eine Art Flashback in seine eigene Kindheit erleben. Er besinnt sich wieder auf seinen inneren Welpen, sozusagen. Falls der Ältere dem Jüngeren tatsächlich etwas beibringt, dann nur dummes Zeug, wie etwa, wie man sich am effizientesten in vor sieben Wochen verstorbenem Fisch wälzt oder den effektivsten Moment abpasst um auf einer Cocktailparty mit dem Herunterziehen des Tischtuchs für Stimmung zu sorgen.

Mythos 2: Zu zweit sind Hunde weniger allein, wenn man das Haus verlässt. FALSCH.
Wir Hunde wollen nämlich trotz aller innerartlichen Gesellschaft am liebsten mit unseren Menschen zusammen sein. Wenn die also das Haus verlassen, versammeln sich zwei Hunde im Flur zum großen Abschied und beobachten schweigend deren Abgang mit großen Augen und hängenden Ohren. Wir können weder glauben noch verstehen, warum unsere Menschen das Rudel mit einem “Bleib!” auseinander reißen wollen. Leute, Eure Schuldgefühle werden sich bei jedem Tür-ins-Schloss-werfen nicht halbieren, sondern verdoppeln!

Mythos 3: Zu mehreren machen Hunde weniger kaputt, weil sie sich weniger langweilen. FALSCH.
Die Möglichkeiten der Zerstörung potenzieren sich mit der Anzahl der Hunde, die im Moment der Missetat anwesend sind. Während ein einzelner Hund damit zufrieden sein mag, die Ecke eines Kissens eine Weile lang friedlich anzukauen, werden zwei Hunde das Kissen zerfetzen, entfedern und anschließend die Gänsedaunen im ganzen Haus verteilen. Und eins ist ja mal absolut klar: der heimkehrende Hundebesitzer wird niemals erfahren, wer angefangen hat.

Mythos 4: Die Hunde werden sich untereinander nicht vertragen. FALSCH.
Wir Hunde sind viel besser als Menschen darin, friedliche und geordnete Hierarchien auszubilden. Vielleicht wird der ältere Hund anfänglich etwas beleidigt sein, sich aber dann auf seinen natürlichen Alphastatus besinnen, während der Welpe sich schnell und instinktiv unterordnet. Und dann werden die beiden ihre Kräfte zusammentun, um Euch, liebe Zweibeiner, vollkommen zu dominieren. Ihr werdet diesen Moment erkennen. Dann nämlich, wenn Ihr das erste Mal Eure Hunde ermahnt, irgend einen Quatsch zu unterlassen, den sie sich gerade gemeinsam ausgedacht haben. Dann werdet Ihr sehen, wie die Hunde erst Euch ansehen, dann einander, und tief in Eurem Innern werdet Ihr wissen, dass Ihr plötzlich unterrepräsentiert seid, unterlegen und überstimmt.

Mythos 5: Man wird es bereuen, dass man sich einen zweiten Hund zugelegt hat. FALSCH.
Der Aufwand, mehrere Hunde zu halten, ist zwar beträchtlich, aber nicht unüberwindbar. Liebe Zweibeiner, Ihr werdet schnell lernen, die kleinen Hundeprobleme zu meistern. Ihr werdet lernen, den fauleren Hund so zu trainieren, dass er der Sportskanone als liegendes Hindernis dient, und schon hat man beide Temperamente gut gelaunt im gleichen Kunststück integriert. Ihr werdet lernen, Euch den Verlust Eures Einflusses auf Eure Hunde als artgerechtes Rudelverhalten zu verkaufen. Und Ihre werdet Euch doppelt freuen, wenn Eure Hunde auf Pfiff oder Zuruf angerannt kommen, strahlend vor Freude, Euch zu sehen.

Und wenn es stimmt, dass Leute mit Hunden länger leben, dann ist der zweite Hund ein großer Schritt in Richtung Unsterblichkeit.

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Meine Kolumne vom 15. April 2014:

Einen Namen braucht der Hund

Der eine oder andere unter Euch wird es vielleicht schon mitbekommen haben: meine Zweibeiner planen Rudelzuwachs. Okay, die Idee an sich ist nicht neu - Frauli hat mindestens 2 Jahre gebraucht um Herrchen von der Notwendigkeit eines zweiten Wuschelmonsters zu überzeugen. Aber da die erste Hürde nun endlich genommen ist, stellt sich meinen Leuten ein weiteres Problem in den Weg: die Namensfindung.
Nun, einige Zweibeiner werden sich jetzt fragen, wo denn da das Problem liegt. Denn einen Hundenamen zu finden ist ja sooo viel leichter als einen Namen für ein Kind. Der Hundename muss schließlich nicht zum Nachnamen passen, und der zukünftige Hund wird aufgrund seines eventuell außergewöhnlichen Namens auch nicht in der Schule gehänselt werden. Tja, das ist ja soweit alles richtig. Allzu einfach möchten es sich meine Zweibeiner dann aber doch nicht machen. Schließlich wollen sie keinen Dackel, den man dann "Wurzel" oder "Hexe" nennen könnte, auch soll es kein Schäferhund namens "Rex", "Hasso" oder Senta" werden. Nein, es muss auf jeden Fall wieder ein Collie sein, und ein wenig originell soll der Name ja dann doch sein. Aber auch wieder nicht zu originell! Denn ein Blick auf die gängigen Hundenamen-Listen macht schnell klar, dass bei Hundenamen nichts unmöglich ist. Leider. Ob "Schlappi" oder "Schluffi", "Tarzan" oder "Themistokeles" von kitschiger Versüßung bis martialischer Höllenhundbezeichnung wird dort keine noch so abwegige Buchstabenkombination ausgelassen. Eine bekannte Kabarettistin nannte ihre drei Hunde "Tussi", "Taxi" und "Bitte", und komplettierte das Trio dann noch mit einem Mischling namens "Urlaub". Meiner Meinung nach ein Sammelsurium von Katastrophennamen, wie sie sonst nur noch wehrlose Rennpferde oder Segelboote über sich ergehen lassen müssen. Und mit Respekt dem vierbeinigen Freund gegenüber hat das wohl auch eher weniger zu tun *grummel*.
Da Frauli als Haupt-Bezugsperson für uns Wuffis gilt, besitzt sie natürlich gegenüber Herrchen auch prozentual gesehen das größere Stimmrecht. Und sie ist sich absolut sicher, dass sie künftig nicht auf der Hundewiese stehend meinen neuen Spielkumpel "Shakira" oder "Satan" rufen möchte. Definitiv nicht! Auch wird sie sich dem Vorschlag unserer betagten Nachbarin, an unserem zukünftigen Rudelmitglied schöne, aber leider aussterbende Vornamen wie "Harald", "Helmut", "Gisela" oder "Barbara" am Leben zu erhalten, verweigern. Und den Vornamen ihres Lieblingsschauspielers zu rufen "Brä-hätt!", diesen Triumph wird sie ihr ebenfalls nicht gönnen. Zumal mein neuer Kumpel eh nicht so bullig aussehen wird wie ein Pitt. Frauli tendiert bei den Namensgebung eher so ein Richtung Mythologie, nordische Sagen, Elfen und Feen. Und zu mir und zum Zauberwald soll der Name natürlich auch passen. Herrchen ist da eher der pragmatische Typ. Männerdenken eben. Okay, anfangs wird mein neuer Spielkumpel sowieso "Nein" und "Lass das" heißen *grinsewuff*, aber dann...???
Ihr seht also: alles gar nicht so einfach. Ich frage mich inzwischen eh, ob so ein Hundename eigentlich nur für die Menschen da ist. Bestimmt er irgendwie nicht auch das Schicksal dieses kleinen Fellbündels? Müsste man ihn nicht vielleicht nach den Kabbala-Regeln auswählen, nach den Geheimnissen der Zahlenmagie? Könnte man ihn nicht einfach "Rumpelstilzchen" nennen? Ach, wie gut, dass niemand weiß...?!
Es sieht jedenfalls nicht so aus, also ob sich meine Zweibeiner in naher Zukunft einigen könnten.
Und daher kann ich Euch nur vorwarnen: Ihr könntet auf Euren Spaziergängen im Wald einer Frau mit Hund begegnen, die lauthals irgendwelche Phantasienamen durch die Gegend brüllt. Nur um mal zu testen, wie sich denn der eine oder andere Hundename so anhört...
Übrigens: Vorschläge werden gerne entgegengenommen.

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Meine Kolumne vom 1. April 2014:

Die Sonne stinkt!

Hey Leute, ist Euch auch schon mal aufgefallen, dass Sonne mieft? Na ja, natürlich nicht die Sonne an sich. Aber Sonnenschein.
Häää? Spinnt der jetzt total, der Wuffi? Nee, das ist es nicht *grinsewuff*.
Ihr wisst nicht was ich meine? Nun, dann lest mal ruhig weiter.

Wir wohnen ja hier auf dem Land, und um uns herum gibt´s jede Menge Gegend, Landschaft, Felder, Wald, Wiesen und unberührte Natur. Jetzt ist Frühling, und das bedeutet im Grunde genommen: die ersten Sonnenstrahlen, die ersten Blüten, die Welt riecht gut!
Häää, die Welt riecht gut??? Nun ja, nicht so ganz. Jedes Mal wenn die Sonne scheint und Frauli gerade die Wäsche zum Trocknen raushängen will, dann mieft´s aus irgend einer Ecke. Also packt sie die Wäsche wieder ein und hängt sie drinnen in der Waschküche auf. Somit erscheint mir als mündigem Wuffelbürger folgende These absolut logisch: Sonne scheint = Mief = Sonne mieft!

Da ein paar meiner Gehirnzellen noch absolut einwandfrei arbeiten, und ich mir der Tatsache, dass die Sonne an sich nicht miefen kann, absolut bewusst bin, drängt sich mir folgende Frage auf: wer ist denn nun der Verursacher dieses olfaktorischen Genusses? Also flitze ich mal rüber zu meinem Ausguck und peile in Richtung Wiesen und Felder. Und schon habe ich ihn in der Nase – den Geruch, der Schmeißfliegen-Herzen höherschlagen lässt, und er ansonsten eher träge Mistkäfer zu wahren Saltosprüngen veranlasst: Gülle!!!! Bäh!!! Igittebahpfui!!! Da sträuben sich mir echt die Nackenhaare!!!

Nun ja, die Stubenhocker und Fensterbank-Sonnenanbeter unter Euch können meinen Frust vielleicht nicht so wirklich nachvollziehen. Verständlicherweise. Aber wir Freigänger und Schnuffelnasen, die wir tagtäglich unser Leben an der “Front” riskieren, wir wissen nur allzu gut wovon ich hier wuffe. Große Traktoren kämpfen sich durch aufgeweichte Felder, und ihre großen, dicken Reifen ziehen Furchen, die so tief sind, dass ein Fellbällchen mühelos komplett darin verschwinden kann (seit kurzem wird ein Kater aus der Nachbarschaft vermisst, der zuletzt an Furche 25 gesehen wurde, und bisher nicht wieder aufgetaucht ist...). Mit landwirtschaftlichem Gerät wird die Landschaft kreuz und quer durchgepflügt - nicht nur die Felder, sondern auch die Wiesen, und oftmals befindet sich hinter Traktor oder Zugmaschine ein Fass auf Rädern, aus dem gelblich-braune Flüssigkeit verspritzt wird. Gülle eben! Na prima!
Leider bekommen auch die angrenzenden Wiesen und die geteerten Feldwege ihr Gülle-Matsch-Fett ab. Nicht nur, dass Frauli und ich uns unseren Weg über dicke Matschbrocken bahnen müssen, die klumpenweise aus den Reifenprofilen herausgefallen sind, nein, dazu kommt auch noch eine stinkende Güllespur, die mitten auf dem Weg der Fahrspur des Traktors folgt. Und so kämpfen wir uns gerade in der jetzigen Jahreszeit, in der die Natur wettertechnisch noch so gar nicht weiß was sie will, bei fast jedem Spaziergang durch und über diese grabentiefen Furchen, die von einem matschigen und stinkenden Etwas gefüllt sind, und für deren Überquerung man fast eine Brücke benötigt.

Und nun frage ich Euch: wieso dürfen diese Leute (Frauli nennt sie “Bauern”) eigentlich ihren Stinkemief überall herumliegen lassen? Dass Felder bestellt werden müssen ist ja klar. Aber wieso dürfen diese Bauern sich auch sonst überall benehmen wie die berühmte Axt im Walde? Über die “bösen Wuffis” steht alle Nase lang etwas in der Zeitung, weil irgendwelche zweibeinigen Hirnis die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf Spielplätzen, in Parks oder in Nachbars Garten mal wieder nicht entfernt haben. Frauli hat immer Tüten dabei, falls mir unterwegs an unpassender Stelle mal ein Malheur passieren sollte (wobei ich ja eh auf mein Wiesenthrönchen schwöre *grins*). Aber um diese Bauern kümmert sich offensichtlich niemand. Okay, dem Traktor mit einer Tüte hinterherzurennen wäre logistisch gesehen ziemlicher Unsinn. Aber ich finde es total unfair, dass die überall herumstinken und herumhäufeln dürfen wie sie wollen *schmoll*! Wieder ein Grund mehr, der Wuffi-Gewerkschaft beizutreten.