Hier erzähle ich Euch ein bisschen aus meinem Leben.
 

Also... los geht's:

6. Der tägliche Wahnsinn - März 2009
Ihr glaubt ja gar nicht, was mein Frauchen und ich am letzten Dienstag bei unserem Mittags-Spaziergang erlebt haben! Unser Rudel fand die Vorkommnisse so schlimm, dass wir das direkt mal einem Mitarbeiter unserer Lokalzeitung erzählt haben, der es dann, leider in etwas gekürzter Form, auch veröffentlicht hat.
Und hier ist für Euch der (ungekürzte) Ursprungs-Text:
Oftmals liest man an dieser Stelle in der Zeitung darüber, dass sich Nicht-Hundehalter über das Verhalten von Hundehaltern bzw. deren vierbeinigen Freunden beschweren - zweifelsohne sehr häufig zu Recht. Als Besitzer eines solchen Vierbeiners können auch wir ein Lied davon singen, mit solch unverantwortlich handelnden Hundebesitzern "in einen Topf" geworfen zu werden. Eigentlich wurde schon genug geschrieben über "Der-tut-nix", "Der-will-nur-spielen" und "Das-hat-der-noch-nie-gemacht". Aber wie die nachstehend geschilderten Ereignisse zeigen, verliert dieses Thema nie an Aktualität…
Wir möchten uns heute bei der blonden Dame, die am Dienstag d. 3. März mittags um ca. 13.15 Uhr mit Ihrem Hund "Jack" zwischen Stangenrod und Unnau-Korb unterwegs war, dafür "bedanken", dass sie es dann doch noch geschafft hat, ihren uns offensichtlich feindlich gesinnten, großen Hund (es könnte ein Weimaraner gewesen sein) nach mehrmaligem und erfolglosen Rufen einzubremsen. Dass sie dann, als der Hund endlich hört und von uns ablässt, von oben mit der Leine auf ihn eindrischt, und ihren Ärger an dem Tier auslässt, das eigentlich nur seinem angeborenen Jagdinstinkt folgt bzw. das ihm andressierte Verhalten zeigt, hat unserer Meinung nach weder etwas mit Hundeverstand noch mit tierfreundlichem Verhalten zu tun! Hier wurde definitiv menschliches Unvermögen durch Tierquälerei ersetzt!!!!
Als uns diese Frau zum ersten Mal auffiel, war sie ca. 40 Meter entfernt parallel zu uns unterwegs. Ihr Hund lief ohne Leine frei herum - und zwar ebendiese 40 Meter von ihr entfernt, und kam uns entgegen. Wir sind dann mit unseren Hunden stehen geblieben, haben diese angeleint und erwartet, dass auch die Frau ihren Hund zurückruft und anleint. Doch nichts in dieser Art ist geschehen! Sie hat überhaupt nicht auf ihren Hund geachtet, und uns schien sie auch nicht bemerkt zu haben - sonst hätte sie doch sicher reagiert, oder?! Als der Hund noch etwa 4 Meter von uns entfernt war, haben wir ihr zugerufen, dass sie doch ihren Hund bitte anleinen möge. Erst dann schien sie uns wirklich wahrzunehmen, und ging schließlich sehr langsam und in aller Seelenruhe quer über die Wiese auf uns zu. Sie ließ sich von dem offensichtlich feindlichen Jagdverhalten ihres Hundes, dessen Nackenhaare sich schon lange hochgestellt hatten, nicht beeindrucken. Erst nach unserem erneuten Zuruf unsererseits in schärferem Tonfall versuchte sie dann doch ihren Hund durch zaghaftes Rufen zu stoppen - jedoch ohne Erfolg. Jack hat´s nicht wirklich interessiert - sie wurde einfach ignoriert.
Da uns die Situation nun dann doch etwas zu gefährlich erschien, haben wir uns abgewendet, unsere Hunde "bei Fuß" gehen lassen, und sind in die entgegengesetzte Richtung losgegangen. Jack folgte uns. Mittlerweile habe ich es dann doch mit der Angst zu tun bekommen, was eigentlich beim Thema "Hund" so schnell nicht der Fall ist. Den Umgang mit größeren Hunden bin ich gewohnt, und zusammen mit unserem sehr gut sozialisierten Hund, einem Collie, habe ich schon einige Situationen - auch gefährlichere - gemeistert. Er ist als umgänglicher und freundlicher Hund bekannt, und auch in der hier geschilderten Situation hat er sich sehr souverän verhalten, und keinerlei Aggressionsverhalten bei seinem "Kontrahenten" heraufbeschworen. Auch die beiden anderen Hunde meiner Bekannten verhielten sich absolut vorbildlich.
Da die Situation jedoch zu eskalieren drohte, und seitens der blonden Dame oben genanntes hundefeindliches Verhalten gezeigt wurde, haben wir es vorgezogen, der Dame mit ihrem Hund aus dem Weg zu gehen. Was passierte? Anstatt sich ebenfalls abzuwenden und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen den Tieren zu schaffen, kam sie uns nach, und ging dann so etwa drei bis vier Meter neben uns her! Sicherlich, damit sich die Hunde nicht aus dem Augen verlieren und sich feindliche Blicke zuwerfen konnten, oder?! Absolut unverständlich und unverantwortlich! Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn Jack mal eben kurz seine ganze Kraft ausgespielt und an seiner Leine "geruckelt" hätte - dem wäre die Dame definitiv nicht gewachsen gewesen!
Am Schluss bleiben wieder viele Fragen offen. Wem war der Hund feindlich gesinnt? Mensch oder Tier? Wie hätte er sich verhalten, wenn ihm andere Fußgänger (auch ohne Hund) begegnet wären? Muss es denn wirklich sein, dass man 40 Meter von seinem Hund entfernt völlig gedankenverloren durch die Gegend stolpert? Muss man seinen Hund frei laufenlassen, obwohl Gehorsam definitiv nicht zu dessen Charaktereigenschaften zählt? Und wenn er endlich einmal hört, muss dann menschliches Unvermögen durch Tierquälerei ersetzt werden?
Wieder einmal hat ein unverantwortlich handelnder Hundehalter dazu beigetragen, dass diese wunderschönen Tiere irgendwann von irgend jemandem als aggressive Kampfmaschinen bezeichnet werden, und dass diesen von Natur aus prinzipiell friedlichen Tieren mit Argwohn und Angst begegnet wird. Die Hunde können ja nichts dafür, dass sie ihrem Instinkt folgen. Jeder hat so seine Macken, egal ob Mensch oder Tier. Aber wir alle können mithelfen, unsere "Hundewelt" ein wenig sicherer zu machen.
Denn verantwortlich für die Erziehung und ein souveränes Miteinander von Mensch und Tier in der heutigen Gesellschaft sind die Hundehalter selbst!
Eine Entschuldigung hielt die blonde Dame übrigens auch nicht für angebracht. Benehmen ist eben doch reine Glückssache, oder?!
So, jetzt aber mal genug für heute - jetzt wird erst mal "markiert". Bis die Tage! Bin gespannt, wie´s weitergeht im Leben!