Hier erzähle ich Euch ein bisschen aus meinem Leben.
 

Also... los geht's:

11. Jagdgedanken - Januar 2012
Neulich - beim Neujahrs-Spaziergang.
Frauli und ich, dick eingemummelt gegen die Kälte (also nur Frauli, ich bin ja "wettertechnisch" sowieso immer passend ausgerüstet), kämpfen uns also am Neujahrsmorgen bei Windstärke 10 durch die Gegend, von der wir hier (glücklicherweise) jede Menge haben. Heute haben wir uns die "Feld- und Wiesen-Wanderroute" ausgesucht, weil´s Frauli im Wald bei dem Sturm einfach zu gefährlich ist und weil hier der Wind besser über uns hinwegfegen kann *freu*. Frauli überlegt gerade, ob sie mich nicht besser anleinen soll, damit ich nicht wegfliege, als wir plötzlich vor einem Schild stehen. Weißes, auf dem Kopf stehendes Dreieck mit rot umlaufendem Rand. Aha, wird der mündige Autofahrer jetzt denken, es handelt sich um ein "Vorfahrt-achten-Schild". Denkst´e! Auf dem Schild, das uns hier gerade vor die Füße gesprungen ist, steht in dicken, schwarzen Buchstaben: "ACHTUNG JAGD!" Ähm, wie jetzt?! Frauli guckt nach links und nach rechts und erwartet anscheinend, dass von irgendwoher jetzt ´ne Hundemeute nebst berittenem "Jägertross" herangerauscht kommt. Wir lauschen - aber nix passiert - alles bleibt ruhig. Wir gehen also vorsichtig weiter und machen uns so unsere Gedanken zu dem Schild bzw. zu dessen Bedeutung. Ein bisschen mulmig ist Frauli schon zumute; sie erwartet quasi jeden Moment einen peitschenden Schuss aus der Flinte eines übereifrigen Jägers, Jagdaufsehers, Försters oder ähnlichem, der mich niederstreckt; also bleibe ich lieber mal in ihrer Nähe.
Aber was bedeutet dieses Schild nun im Endeffekt für uns? Bedeutet es, dass wir sofort umkehren müssen, damit wir nicht erschossen werden? Bedeutet es, dass wir zwar vorsichtig weitergehen dürfen, aber immer damit rechnen müssen, erschossen zu werden? Oder ist dieser Hinweis gar nicht für uns, wohl aber für die Hasen, Rehe und Füchse gedacht, die hier vorbei kommen; damit sie wissen, dass sie auf der Abschuss-Liste stehen?
Wir wissen es nicht, und Frauli wird so langsam sauer. Wie kann es denn sein, dass jemand einfach ein Schild aufstellen kann, um ungestört seinem - in Fraulis Augen übrigens äußerst fragwürdigen - Hobby nachgehen zu können? Wanderer und Spaziergänger müssen also aufpassen, dass sie niemandem vor die Flinte laufen und erschossen werden?! Hä?! Geht´s noch?! Eigentlich liegt es doch in der Verpflichtung des Jägers, Jagdaufsehers, Försters o.ä., niemanden zu erschießen, oder? Und wie groß ist eigentlich das Gebiet, in dem Spaziergänger besser den Kopf einziehen, und Hundeleute ihren Hund sicherheitshalber lieber in den Rucksack packen? Oh ja, wenn man den "grünen Leuten" glaubt, dann ist dieses Gebiet riesengroß - denn die Natur gehört ja ihnen alleine! Aber vergessen die da nicht eine Kleinigkeit, nämlich den Rest der Bevölkerung?! Nun ja, damit wir uns nicht falsch verstehen: Frauli hat natürlich auch etwas gegen Hunde, die wildernd und unkontrolliert jagend durch die Gegend laufen. Aber das Aufstellen von Warn- und Verbotsschildern der "grünen Gilde" mitten in der freien Natur geht ihr dann doch ein wenig zu weit!
Als "Hundemensch" hat man - witterungsbedingt - von Herbst bis Frühjahr sowieso seine Probleme, einigermaßen befestigte Wege für seine Spaziergänge zu finden. Nein, wir möchten nicht nur über geteerte Straßen laufen! Ja, wir möchten auch mal querfeldein laufen können! Und: nein, wir möchten uns nicht erst ein Floß bauen, damit wir von Pferdehufen breit getrampelte Waldwege überqueren können, nachdem wir den "Downhill-Mountainbikern" gerade noch so durch einen beherzten Sprung zur Seite entkommen konnten!
Muss man dann auch noch in der Gefahr schweben, erschossen zu werden?!
Übrigens: ein Schild, das uns das Ende des Jagdgebietes ankündigt, ist uns bisher nicht "begegnet". Wir sind inzwischen zwar wieder zuhause, können demzufolge aber dann wohl davon ausgehen, dass wir uns immer noch mitten im Kriegsgebiet - ähm... Jagdgebiet - befinden... *grübel*.
In diesem Sinne - bin ja mal gespannt, wie´s weitergeht im Leben!