Hier erzähle ich Euch ein bisschen aus meinem Leben.
 

Also... los geht's:

15. Herrchens Faust - Februar 2014
Heute wollen wir mal ausnahmsweise nicht von Goethes "Faust" wuffen, da sich "der Tragödie erster Teil" dieses Mal nicht im Theater sondern in meinem Revier abspielte. Okay, eine Faust war hier auch beteiligt, aber die meines Herrchens. Glücklicherweise. Und das kam so:
Herrchen und ich drehen abends eine kleine Herrenrunde, als von rechts ein Dreigestirn unseren Weg kreuzt: kleiner Hund an Leine (LaStraMi), großer Hund an Leine (Hovawart), Leinenträgerin. Nach der üblichen Verständigung zwischen den Zweibeinern - Rüde?/Hündin?/verträglich?/abrufbar?/usw. - wird die Hovi-Hündin abgeleint und kommt auf mich zu. Ich flitze ihr natürlich in freudiger Erwartung entgegen, wir beschnuffeln uns, und dann geht alles sehr schnell. Sie stürzt sich auf mich, knallt mit ihren 40 Kilos auf mein Hinterteil, und hindert mich somit am Weglaufen. Ich liege also unten, grabe mit den Vorderpfoten verzweifelt nach Freiheit, während Madame mit den Pfoten nach mir haut und sich mit ihren Zähnen in Richtung meiner Hüfte durchwühlt. Ich habe voll die Panik, seh´ schon Sternchen, und verabschiede mich in Gedanken von allem was mir lieb und teuer ist.
Und dann ist der Spuk plötzlich vorbei! Ein kurzer Blick nach hinten, und dann aber ab durch die Mitte! Bloß weg von diesem Viech! Herrchen ruft und ich bleibe in sicherer Entfernung stehen, atme mal tief durch und lege mich hin. Erst mal eine kleine Bestandsaufnahme machen und gucken ob noch alles da ist *grins*. Ich kriege dann mit, dass die Leinenträgerin ihr Viech anleint und sich tausendmal bei Herrchen entschuldigt. Als ob damit alles wieder gut wäre... *grummel*. Und dann geht das Viech doch tatsächlich her und will in Richtung Herrchen aufmucken. Boah, da hat sie sich aber den Falschen ausgesucht! Okay, konnte sie ja nicht wissen. Jetzt weiß sie´s! Und der Fausthieb, den Herrchen ihr verpasst hat damit sie von mir ablässt, den vergisst sie auch nicht so schnell!
Herrchen hat sich von Frau Leinenträgerin dann die Anschrift geben lassen falls noch was nachkommt von wegen TA-Rechnung und so, und dann sind wir heimgeflitzt. Also ich bin gehumpelt, Herrchen ist geflitzt. Zuhause habe ich mich direkt an Frauli gekuschelt und ein paar "Heile-Heile-Gänschen"-Bedauerungs-Streicheleinheiten eingefordert. Dann wurde ich von Frauli eingehend untersucht. Fazit: Bisswunden hatte ich dank meines dichten Fells keine, aber unter dem rechten Auge war eine doch recht tiefe Wunde, die wir direkt mal desinfiziert haben.
Inzwischen humpele ich nicht mehr, und die Wunde ist schon recht gut verheilt. Wir hoffen, dass sie auch weiterhin so gut heilt und es nicht nötig wird sie zu nähen. Ob eine Narbe zurückbleibt müssen wir dann sehen. Vielleicht macht mich solch ein "Schmiss" im Gesicht ja auch reizvoller für die Damenwelt - wer weiß?!
Und wie immer bin ich schon sehr gespannt, wie´s weitergeht im Leben!